Presse
18.09.2008, 07:39 Uhr
Statt Kuschelkurs Sacharbeit




Gordon Hoffmann
Am 28. September wird die neue Stadtverordnetenversammlung von Wittenberge gewählt. Der "Prignitzer" wird mit dem jeweiligen Fraktionsvorsitzenden bzw. Vorsitzenden des Ortsvereins im Vorfeld ein Gespräch führen. Heute: Gordon Hoffmann, Ortsvorsitzender der Christdemokraten in Wittenberge.
WITTENBERGE - Die CDU-Fraktion hat den neuen Bürgermeister zur Wahl unterstützt, lässt das auf einen Kuschelkurs in der kommenden Stadtverordnetenversammlung schließen?

Gordon Hoffmann: Einen Kuschelkurs wird es sicher nicht geben. Wir werden sicherlich auch in der Zukunft sehr konsequent an Inhalten arbeiten, und da wird es ganz bestimmt auch unterschiedliche Positionen zwischen den Parteien geben. Aber ich freue mich, dass wir mittlerweile zum fairen Umgang miteinander gefunden haben, so dass wir ohne Befindlichkeiten dazu stehen können, wenn wir mal gleicher Meinung sind.

Aber Sie sind doch noch gar kein Stadtverordneter…

Gordon Hoffmann: Das ist richtig, ich bin kein Abgeordneter. Aber die CDU in Wittenberge besteht, wie die anderen Parteien ja auch, nicht nur aus Abgeordneten, sondern aus vielen interessierten und engagierten Bürgern.

Wir haben als Christdemokraten gemeinsam entschieden, dass Dr. Hermann der geeignetste Kandidat für das Bürgermeisteramt ist.

Sie sagen, die CDU wird konsequent mit Inhalten arbeiten. Welche sind es?

Gordon Hoffmann: Wir sind die Partei, die sich ganz intensiv als erste zur Schiffbarkeit der Elbe bekannt hat. Der Strom ist ein ganz wichtiger Faktor für die Stadt. Und wir werden uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen, dass die nahezu ganzjährige Schiffbarkeit hergestellt wird.

Bedeutet das den Ausbau?

Gordon Hoffmann: Ausbau ist ein relativ negativ besetztes Wort. Im Prinzip geht es um die Instandsetzung der Buhnen und Stromleitwerke. Ein massiver Ausbau der Elbe ist gar nicht nötig, um die Schiffbarkeit herzustellen.

Die Argumentation vieler Ökofundamentalisten, dass die Elbe keine Zukunft als Schifffahrtsstraße hätte, weil ja derzeit so wenige Schiffe fahren, ist unlogisch. Schließlich muss erst Schiffbarkeit gegeben sein, damit auf der Elbe auch Lasten transportiert werden können.

Für die CDU ist die Elbe als Transportweg also der Schlüssel für die Entwicklung der Stadt?

Gordon Hoffmann: Natürlich setzen wir nicht allein auf die Elbe. Weitere wichtige Themen sind für uns der Bau der A 14, der Erhalt des hochwertigen Bildungsangebotes, die Verbesserung des Stadtbildes, der Erhalt bzw. Ausbau sozialer Einrichtungen. Dazu zählen insbesondere die Jugendfreizeiteinrichtungen und der Einsatz von Streetworkern.

Streetworker kosten Geld. Woher nehmen, wenn das knapp ist. Wittenberge ist nicht auf Rosen gebettet?

Gordon Hoffmann: Wir wissen, dass wir mit den knappen öffentlichen Geldern sparsam haushalten müssen. Allerdings sehen wir in dieser Art Ausgaben eine Investition in die Zukunft Wittenberges, die sich später auszahlen wird.

Wo wollen Sie das Geld für die Streetworker einsparen?

Gordon Hoffmann: Man muss sehen, dass sich bereits in den letzten Jahren die Personalkosten der Stadtverwaltung deutlich verringert haben. Die hier freigewordenen Mittel müssen zielgerichtet investiert werden, um die Lebensqualität zu verbessern.

Wirtschaft und Soziales gehen also Hand in Hand?

Gordon Hoffmann: Auf jeden Fall: Wir unterstützen zum Beispiel innovative Projekte wie das Bürgerzentrum, welches die CDU von Anfang an befürwortet hat. Weiterhin regen wir die Einführung eines Sozial- und Kulturtickets an.

Wie soll das funktionieren?

Gordon Hoffmann: Wir könnten uns gut vorstellen, dass einem fest definierten Kreis von Bedürftigen der Zugang zu kulturellen Veranstaltungen stark vergünstigt ermöglicht wird.

Das kostet aber etwas.

Gordon Hoffmann: Lassen Sie mich erklären, wie wir uns das vorstellen. Sind kulturelle Veranstaltungen beispielsweise eine halbe Stunde vor Beginn nicht ausverkauft, soll den Berechtigten der Zugang für einen symbolischen Preis gewährt werden. Das kann natürlich nur für städtische Veranstaltungen durchgesetzt werden.

Kulturelles und soziales Leben sind weitgehend abhängig von der guten oder sogar besseren wirtschaftlichen Lage in der Stadt. Haben Sie dazu Ideen?

Gordon Hoffmann: Uns ist es wichtig, dass die Stadt sich wirtschaftsfreundlich zeigt und aktiv um Neuansiedlungen wirbt. Gleichberechtigt dazu sollten allerdings auch die bereits bestehenden Unternehmen gepflegt werden.

Nun ist der Handlungsspielraum von Stadtverordneten beispielsweise bei Neuansiedlungen relativ gering. Wie stellen sie sich das denn vor?

Gordon Hoffmann: Ich denke, dass gerade auf kommunaler Ebene viele Dinge entschieden werden, die Bürger ganz unmittelbar betreffen, auch auf wirtschaftlichem Gebiet.

Dazu zählen auch die so genannten weichen Standortfaktoren, wie zum Beispiel das Bildungsangebot, das kulturelle Angebot und ein lebenswertes Wohnumfeld in unserer Stadt.

Für das Gespräch dankt
Barbara Haak
aktualisiert von Franziska, 18.09.2008, 07:46 Uhr
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