Presse
12.12.2014, 10:06 Uhr
Jeder zwölfte Schüler in Brandenburg ohne Abschluss Studie: Abbrecherquote nur leicht gesunken. Gewerkschaft kritisiert Landesregierung.

Potsdam In Brandenburg brechen immer noch zu viele Jugendliche die Schule ab und haben ohne Abschlusszeugnis kaum Chancen auf eine berufliche Zukunft. Laut dem gestern veröffentlichten "Chancenspiegel" der Bertelsmann-Stiftung war 2012 jeder 12. Schulabgänger ohne Abschluss. Das sind 8,6 Prozent, bundesweit liegt die Abbrecherquote bei nur 6 Prozent.

Brandenburg kann sich zugute halten, die Zahl der Bildungsverlierer gesenkt zu haben. 2009 waren es noch 11,9 Prozent. Aber das Ziel der rot-roten Landesregierung, diese Zahl in ihrer ersten Amtszeit zu halbieren, wurde verfehlt. Laut einer früheren Caritas-Studie haben Prignitz und die Uckermark als Landkreise mit hohen Arbeitslosenraten auch die meisten Schulabbrecher.

Dennoch zeigte sich Bildungsminister Günter Baaske (SPD) erfreut. "Die Zahl der Abbrecher ist gesunken - das ist gut, aber wir müssen weiter hart daran arbeiten", sagte er der MAZ. "Es ist für den Lebensweg junger Menschen entscheidend, einen Abschluss hinzubekommen." Nur so hätten sie Aufstiegschancen. Günter Fuchs, Landeschef der Bildungsgewerkschaft GEW, warf der Landesregierung vor, Schüler mit Lernproblemen nicht ausreichend zu fördern. "Dafür fehlen Lehrer, Schulpsychologen und Sozialarbeiter." Rot-Rot habe für die nächsten fünf Jahre 700 neue Lehrer angekündigt. Die würden aber schon gebraucht, um Langzeitkranke zu ersetzen oder die chronisch unterbesetzte Vertretungsreserve aufzufüllen. Auch die in der Studie genannte Sitzenbleiberquote von nur 1,5 Prozent in der Sekundarstufe (deutschlandweit 2,7 Prozent) hat laut Fuchs eine Kehrseite. "Wir wissen nicht, ob diese Kinder tatsächlich einen Abschluss erreichen. Vor allem brauchen sie gezielte Förderung."

Auch der bildungspolitische Sprech er der CDU-Fraktion, Gordon Hoffmann, kritisiert, dass Brandenburg bei den Bildungsausgaben pro Kind noch immer einen hinteren Platz einnehme. "Rot-Rot fährt das Bildungssystem seit Jahren auf Verschleiß", so Hoffmann. Allein der ersatzlose Unterrichtsaus fall von 236 000 Stunden jährlich zeige die Misere. 

aktualisiert von Steffen Dahnke, 18.12.2014, 10:10 Uhr
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