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15.02.2012, 11:13 Uhr
Beamtin weist anonymen Anruf zurück
Natürlich will niemand in der CDU - erst recht nicht Roland Quiatkowski - zur Selbstjustiz aufrufen. Aber harte Sachverhalte müssen manchmal auch durch harte Worte betont werden. Lesen Sie daher hier noch einmal den gelungenen Artikel von Barbara Haak.
Ein Elbestädter ruft zu nächtlicher Stunde im hiesigen Revier in der Perleberger Straße an. Er bittet um Hilfe, berichtet von Lärm, der ihm den Schlaf raubt. Seinen Namen nennt der Mann nicht. Ohne Namen werde nichts unternommen, verdeutlicht ihm die Polizeibeamtin, die er an der Leitung hat. Bürger und Beamter werden sich nicht einig. Der Mann beendet das Gespräch. Er sei genervt gewesen, sagt er kurz darauf dem Vorsitzenden des CDU-Ortsverbandes, Roland Quiatkowski. An ihn als noch frisch im Amt befindlichen Chef der Wittenberger Christdemokraten wendet sich der verärgerte Elbestädter, weil er im "Prignitzer"-Interview den Aufruf von Quiatkowski gelesen hat, "bei schiefen Verhältnissen in Wittenberge nicht zu resignieren".

Mit einem Brief an die Redaktion macht der örtliche CDU-Chef das Vorkommnis öffentlich, er spricht in diesem Fall von einem "erbosten und schockierenden Bericht".

Quiatkowski zieht aus dem geschilderten Vorfall seine Schlussfolgerungen. Wie er dem "Prignitzer" schreibt, "zeigt diese Praxis eines: Die Polizeireform und die geplanten Einsparungen der rot-roten Regierung unter Platzeck verlangen geradezu Selbstjustiz von den Bürgern. Denn Polizeistellen zu kürzen und Wachen zu schließen, heißt in erster Linie, institutionellen Schutz für den Bürger zu verringern." Denn die Beamtin hätte laut Erzählung des Bürgers auch argumentiert, bei so wenigen Kollegen in Wittenberge könne sie nicht jeder Meldung gerecht werden, zumal ohne Namensnennung die Aussagen unglaubwürdig seien.

Selbstjustiz in den Raum gestellt

Ruft die CDU Bürger zur Selbstjustiz auf? Roland Quiatkowski weist das auf Nachfrage des "Prignitzers" zurück. Er wolle als CDU-Ortsvorsitzender Schutz für die Bürger einfordern. Der CDU-Kreisvorsitzende Gordon Hoffmann weist, als der "Prignitzer" ihn mit der Aussage von Quiatkowski konfrontiert, jeden Gedanken an Selbstjustiz zurück: "Das will er mit Sicherheit nicht. Er hat bestimmt zugespitzt formuliert, um das Problem zu verdeutlichen, auf Missstände hinzuweisen."

Um sachliche Aufklärung des Bürgerproblems bemühte sich der "Prignitzer" bei der Polizeiinspektion Prignitz. Bodo Zackert als Leiter Führungs- und Revierdienst sagte der Redaktion, es sei auch möglich, Ruhestörungen zu melden, ohne dass der Anrufer seinen Namen und seine Adresse angibt. Die Polizei müsse auch bei derartigen anonymen Hinweisen Angelegenheiten prüfen. Die anschließende Ahndung obliege dann der Ordnungsbehörde.

Zackert ist der Beschwerde des Bürgers auf Bitten des "Prignitzers" nachgegangen. Das Ergebnis seiner Recherche: "Wir entschuldigen uns bei dem Bürger. Sein Hinweise in jener Nacht hätte natürlich aufgenommen werden müssen. " Der Vorfall sei ausgewertet worden.
aktualisiert von Roland Quiatkowski, 05.04.2012, 13:07 Uhr
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